PDF Drucken E-Mail

Fachkräfte der Zukunft für die Wirtschaft

208 Schüler erhalten Zeugnisse bei der IHK-Winterprüfung – Duale Ausbildung gelobt

Glückwunsch! 208 Schüler haben bei den Winterprüfungen die IHK-Abschlussprüfung bestanden. In kaufmännischen, kaufmännisch-verwandten sowie gewerblich-technischen Berufen wurden gestern in der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen die Zeugnisse während einer Feierstunde überreicht. Unterrichtet wurden die erfolgreichen Schüler auch in der Berufsbildenden Schule Wissen. In beiden Schulen zusammen werden rund 4000 Schüler unterrichtet, darunter 2000 im Berufsschulbereich.

Schulleiter Michael Schimmel (BBS Betzdorf-Kirchen) begrüßte die Schüler und verwies auf eine fundierte Ausbildung und anerkannten Abschluss, den die Schüler nun in der Tasche haben: „Die Grundlage für den Einstieg in das Berufsleben.“ Schimmel, wie später auch weitere Redner, verwies auf die gute Kooperation zwischen Schule und IHK. Es zeige sich, wie leistungsfähig das Duale Ausbildungssystem sei. „Berufliche und schulische Ausbildung haben sich bewährt.“

Auf die duale Ausbildung warf auch Dr. Sabine Dyas, Leiterin der IHK-Geschäftsstelle Altenkirchen, ein besonderes Augenmerk: „Es ist ein Erfolgsmodell.“ Die Ausbildung in dieser Form gibt es nur in Deutschland. Beim Blick auf die Arbeitslosigkeit unter Jugendlichen liegt Deutschland je nach Erhebung zwischen 7 und 9 Prozent, Spanien bei 50 Prozent, und auch die nordeuropäischen Länder haben eine Quote von 19 oder 20 Prozent.

Wenn auch gestern ein Tag zum Feiern war und diese Zeugnisübergabe den Schülern in guter Erinnerung bleiben soll, so blickte Dyas auch weiter nach vorn. Mit dem Zeugnis habe man ein Fundament fürs Berufsleben, doch wichtig sei die stetige Weiterbildung und berufliche Entwicklung. Für Dyas sind die jungen Leute die Fachkräfte, die die Wirtschaft braucht, denn ohne Fachkräfte in der Region würden Unternehmen auch abwandern. „Gestalten Sie ihre Zukunft“, rief sie den jungen Menschen zu, „machen Sie etwas aus sich! Das nützt nicht nur Ihnen. Denn wir alle brauchen junge Leute, die ihren Beruf ernst nehmen, die nach vorn drängen und damit das Leben, die Wirtschaft und nicht zuletzt die Gesellschaft gestalten.“ Dyas' Dank galt auch den Ausbildungsbetrieben, den Ausbildern, den Lehrern und den ehrenamtlichen Prüfern der IHK. Allein bei der Winterprüfung der IHK im Kreis Altenkirchen seien mehr als 90 Personen ehrenamtlich im Einsatz gewesen.

Reinhold Krämer, Leiter der BBS Wissen, lobte ebenso die Schüler: „Sie haben was, sie können was.“ Mit dieser Ausbildung, verdeutlichte er, hätten sie auch Anspruch auf gerechte Bezahlung nach Tarif. Auch Krämer ermunterte die Schüler, die nun die neuen Fachkräfte sind, kräftig die Weiterbildung zu nutzen. Hier gab er den Hinweis, dass ganz neu an der Fachhochschule in Koblenz im technischen Bereich ein Studium ohne Abitur möglich sei. Voraussetzung sei aber mindestens ein Notendurchschnitt von 2,5 auf dem IHK-Zeugnis. Musikalisch umrahmt wurde die Feierstunde zur Zeugnisübergabe von Milena Lenz und Armin Seibert.
RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Mittwoch, 1. Februar 2012, Seite 24 - Andreas Neuser



 

 
PDF Drucken E-Mail

Schüler starten zu Arbeitseinsatz auf den Philippinen - Hilfsprojekt

Spannung steigt bei jungen Leuten der BBS - Abflug ist am Freitag -
Kinderheim soll in gut zwei Wochen fertig werden



 

Betzdorf/Kirchen. Die Spannung steigt. Langsam wird der eine oder andere Schüler der Berufsbildenden Schule (BBS) Betzdorf-Kirchen doch nervös. Denn am Freitag geht es zum Arbeitseinsatz auf die Philippinen. Dort soll das Kinderheim-Projekt (die RZ berichtete mehrfach) fertig werden. Gefördert wird es auch von HELFT UNS LEBEN, dem Hilfsprojekt der Rhein-Zeitung. Nun steht der Innenausbau an. Jede Menge Arbeit liegt vor den Schülern, Lehrern und Mitarbeitern auf den Philippinen (35 bis 40). Denn in gut zwei Wochen soll alles, bis auf die Möbel, fertig werden.

Für viele Schüler, die selbst je 850 Euro zu dem Arbeitseinsatz beisteuern, ist es ihr erster Aufenthalt in der Ferne. Doch auch Routiniers sind im Team. Timo Tielmann aus Friedewald und Fabian Mauelshagen aus Birken-Honigsessen waren bereits beim Bau einer Schule in Kenia mit dabei. Die Lehrer Norbert Rink und Jürgen Nocker sowie Schulleiter Michael Schimmel stellten das Projekt der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen und den aktuellen Stand der Dinge gestern noch einmal vor. Schimmel wünschte eine gute Reise, guten Arbeitseinsatz, gute Erfahrungen fürs Leben sowie eine gute Heimkehr.

Im letzten Moment sind alle Dinge geklärt. Überraschungen sind aber nie ausgeschlossen. So haben ganz kurzfristig sieben Personen aus England abgesagt, die im Rahmen eines Comenius-Projektes (Zusammenarbeit von Schulen auf europäischer Ebene) mit auf die Philippinen fliegen wollten.

Aufregung, erzählt Rink, gab es noch nach der Ankunft der beiden Überseecontainer auf den Philippinen, die jede Menge Material für den Innenausbau enthalten. Mit zwei Tagen Verspätung kamen sie im Hafen an. Ein eher noch normaler Vorgang. Dann ging der Ärger aber los: Der Zoll machte Probleme, als die Container den Hafen verlassen sollten. Anschließend musste eine Spedition den Weitertransport zum Kinderheim auf der Straße und per Fähre besorgen. Der mit einem Container beladene Lkw hatte einen Motorschaden. Die Sache wird binnen eines Tages geregelt, wurde Rink telefonisch informiert. Ein Tag später musste dann doch der komplette Motor ausgetauscht werden, dann wurde ein falscher eingebaut. Und als schließlich alles funktionierte, da fuhr der Lkw ganze fünf Kilometer weit und hatte plötzlich eine Reifenpanne. So reihte sich eine Hiobsbotschaft an die andere. Für Rink, der stets über den Stand der Dinge informiert war, waren das nervenaufreibende Tage. Sind die Container rechtzeitig vor Ort?

Dann passten die Container nicht auf die vorgesehene Fähre. Eine andere Fährverbindung musste gesucht werden. So fanden die Container schließlich Platz auf dem Außendeck eines Schiffes.

„Aber inzwischen ist alles gut beim Kinderheim angekommen“, freut sich Rink. Das war schließlich eine wertvolle Fracht. In den Containern befindet sich das Material für den kompletten Innenausbau: Fliesen für mehr als 1000 Quadratmeter Fläche im Wert von 15 000 Euro, modernstes Installationsmaterial, jede Menge Gipsplatten und so weiter – grob geschätzt gespendetes Material im Wert von mindestens 40 000 Euro, freut sich Rink.

Am Freitag werden 23 Personen (BBS-Schüler, Lehrer und ehemalige BBS-Schüler) um 6 Uhr von der Schule aus nach Düsseldorf fahren. Von dort hebt dann das Flugzeug in Richtung Philippinen ab. Bevor es zum Kinderheim geht – die Ankunft dort ist für Montagnachmittag vorgesehen –, werden die Jugendliche in Cebu noch eine Mülldeponie besichtigen. Im Umfeld der Deponie leben rund 6000 Menschen. Sie leben von und oft auch auf der Deponie, darunter zahlreiche Straßenkinder – Waisen, die sich allein durchschlagen müssen. Für sie ist das Kinderheim der BBS gedacht.

An Ort und Stelle wird in zehn Teams am Innenausbau gearbeitet. Danach soll das Kinderheim, die Genehmigung vorausgesetzt, in Betrieb gehen. Am Karnevalsdienstag soll das Arbeitsteam dann wieder in Düsseldorf landen.

RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Mittwoch, 1. Februar 2012, Seite 24 A. Neusser
 
<< Start < Zurück 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 Weiter > Ende >>

Seite 1 von 17